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Resonanz
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top
Resonanz (von lateinisch resonare âwiderhallenâ) ist in Physik und Technik das verstĂ€rkte Mitschwingen eines schwingfĂ€higen Systems, wenn es einer zeitlich verĂ€nderlichen Einwirkung unterliegt. Dabei kann das System um ein Vielfaches stĂ€rker ausschlagen als beim konstanten Einwirken der Anregung mit ihrer maximalen StĂ€rke. Bei periodischer Anregung muss die Anregungsfrequenz oder ein ganzzahliges Vielfaches davon in der NĂ€he einer Resonanzfrequenz des Systems liegen. Das PhĂ€nomen kann bei allen schwingfĂ€higen physikalischen und technischen Systemen auftreten und kommt auch im Alltag hĂ€ufig vor. Resonanzen werden in der Technik oft ausgenutzt, um eine bestimmte Frequenz herauszufiltern oder zu verstĂ€rken. Wo eine VerstĂ€rkung nicht gewĂŒnscht ist, mĂŒssen unerwĂŒnschte Resonanzen jedoch vermieden werden.
Die im Resonanzfall anwachsenden AusschlĂ€ge entstehen dadurch, dass das System bei jeder Schwingung erneut Energie aufnimmt und speichert. Um zu verhindern, dass das System durch zu groĂe AusschlĂ€ge aus dem schwingfĂ€higen Amplitudenbereich austritt (Resonanzkatastrophe) oder zerstört wird, kann seine DĂ€mpfung erhöht, seine Eigenfrequenz oder die Anregungsfrequenz verĂ€ndert, oder die StĂ€rke der Anregung verringert werden. Das anfĂ€ngliche Anwachsen der AusschlĂ€ge wird dadurch begrenzt, dass die zugefĂŒhrte Energie zunehmend von der DĂ€mpfung (z. B. Reibung) aufgezehrt wird, oder dadurch, dass sich bei zu groĂem Unterschied zwischen Resonanz- und Anregungsfrequenz der Energiefluss immer wieder umkehrt, weil Anregung und schwingendes System âaus dem Taktâ geraten.
Als Folge stellt sich im Laufe der Zeit der Zustand der eingeschwungenen Schwingung her, bei dem die Amplitude konstant bleibt und die Schwingungsfrequenz mit der Anregungsfrequenz ĂŒbereinstimmt. Die weiterhin in jeder Schwingung zugefĂŒhrte Energie wird dann vollstĂ€ndig von der DĂ€mpfung aufgezehrt. Nach Abschalten der Anregung kommt das System in Form einer gedĂ€mpften Schwingung mit seiner Eigenfrequenz allmĂ€hlich zur Ruhe.
Das PhÀnomen der Resonanz spielt in Physik und Technik auf vielen Gebieten eine wichtige Rolle, zum Beispiel in der Mechanik, Akustik, Baudynamik, ElektrizitÀtslehre, Geowissenschaft, Astronomie, Optik und Quantenphysik. In der modernen Quantenphysik gilt die Gleichung E = h f {\displaystyle E=hf} , die jedem Energiebetrag E {\displaystyle E} vermittels der Planckschen Konstante h {\displaystyle h} die Frequenz f {\displaystyle f} einer Schwingung zuordnet. Anstelle der Resonanz bei einer bestimmten Frequenz betrachtet man hier die Resonanz bei einer bestimmten Energie, die der Differenz der Energien von zwei verschiedenen AnregungszustÀnden des betrachteten Systems entspricht.
Contents
âą Geschichte
âą Alltagsbeispiele
âą Energieresonanz
âą Mechanik
âą Hydromechanik
âą Akustik
âą Elektrotechnik
âą Kernphysik
âą Teilchenphysik
âą Siehe auch
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geschichte
Der Begriff Resonanz stammt aus der Akustik, wo er von altersher das deutlich bemerkbare Mitschwingen von Saiten bei Tönen geeigneter Tonhöhe bezeichnet. Die Anregung groĂer Schwingungen durch periodisch wirkende KrĂ€fte der richtigen Frequenz wurde schon in Galileis Untersuchungen 1602 und 1638 zu Pendeln und Saiten beschrieben, die am Beginn der neuzeitlichen Naturwissenschaft standen. Allerdings nahm er auch an, Schwingungen mit anderer als der Eigenfrequenz lieĂen sich ĂŒberhaupt nicht anregen.cite-ref-1[1]cite-ref-2[2] Eine entsprechende Bewegungsgleichung fĂŒr einen Massenpunkt (ohne DĂ€mpfung der Bewegung) wurde 1739 von Leonhard Euler erstmals aufgestellt. Seine allgemeine Lösung enthielt bereits das Mitschwingen mit der Frequenz der anregenden Kraft in Ăberlagerung mit einer Schwingung mit der Eigenfrequenz sowie im Falle der Gleichheit beider Frequenzen das unbegrenzte Anwachsen der Schwingungsweite. Er sah diese Ergebnisse, die sich aus der Rechnung ergaben, allerdings als âwunderlicheâ theoretische Voraussage an.cite-ref-3[3] 1823 behandelte Thomas Young im Zusammenhang mit den Gezeiten die mechanische Resonanz einschlieĂlich DĂ€mpfung und gab erstmals die vollstĂ€ndige Berechnung von Resonanzkurve und Phasenverschiebung an.cite-ref-4[4] Im Zusammenhang mit der Erzeugung und dem Nachweis elektrischer und magnetischer Schwingungen fand Anton Oberbeck fĂŒr den elektrischen Schwingkreis dieselben Erscheinungen, worauf er die Bedeutung des Begriffs âResonanzâ entsprechend erweiterte.cite-ref-5[5] Die Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz, sowie deren Nutzung zur drahtlosen Telegraphie durch Guglielmo Marconi ab 1895, verschafften der elektromagnetischen Resonanz dann schnell eine groĂe Bedeutung in Wissenschaft und Technik.
Jedoch wurde die mechanische Resonanz im Wesentlichen erst ab Anfang des 20. Jahrhunderts richtig gewĂŒrdigt, nachdem der Physiker und Mathematiker Arnold Sommerfeld â als erster Professor fĂŒr Technische Mechanik, der nicht vorher Ingenieur gewesen war â darauf hingewiesen hatte. Damals waren HĂ€ngebrĂŒcken mit marschierenden Soldaten oder schnell fahrenden Dampflokomotiven schon durch Resonanz eingestĂŒrzt, und bei den langen Antriebswellen von gröĂeren Dampfschiffen waren bei bestimmten Geschwindigkeiten bereits unerwartet starke Schwingungen aufgetreten, die mehrfach schon zu Zerstörungen gefĂŒhrt hatten.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]cite-ref-8[8]cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]
Alltagsbeispiele
Resonanz kommt im Alltag hÀufig vor. Allerdings sind nicht alle Schwingungen Folge einer Resonanz.
Beim wiederholten Anschwingen einer Kinderschaukel gibt man der Schaukel immer dann einen Schubs, wenn diese nach vorne schwingt. Die AnregungsstöĂe erfolgen dabei periodisch und offensichtlich gerade mit der Frequenz der Schaukelschwingung: es handelt sich also um Resonanz. Man beachte, dass die Krafteinwirkung bei den anregenden Schubsen keineswegs wie eine Sinuskurve verlĂ€uft, es reicht aus, dass sie periodisch erfolgt. Dabei kann die Anregungsfrequenz auch einen ganzzahligen Bruchteil der Schwingungsfrequenz betragen, wenn man z. B. nur jedes zweite oder dritte Mal anschubst.
Anders ist das bei einem ruhenden Pendel, wenn man ihm einen einmaligen Stoà gibt. Auch wenn das Ergebnis Àhnlich ist, nÀmlich dass das Pendel nun schwingt, so liegt keine periodische Anregung vor und es handelt sich nicht um Resonanz.
Jeder kennt die Situation in der Kantine: man trĂ€gt einen Teller Suppe auf dem Tablett. Stimmt die Frequenz, mit der die Suppe im Teller hin- und herschwappt, gerade mit der eigenen Schrittfrequenz ĂŒberein, so schaukelt sich diese Schwingung mit jedem Schritt auf, bis die Suppe ĂŒberschwappt, oder man eben langsamer bzw. schneller geht. Die Suppe kann auch ĂŒberschwappen, wenn man ruckartig anhĂ€lt; hier liegt aber keine periodische Anregung und somit keine Resonanz vor. Die Suppe schwappt â analog zum nur einmal angestoĂenen Pendel â aufgrund von Impulserhaltung ĂŒber.
Bei einem Transistorradio wird mit dem Drehknopf zur Senderwahl der Drehkondensator in einem LC-Schwingkreis verĂ€ndert, so dass der Schwingkreis auf eine bestimmte Frequenz eingestellt ist. Radiowellen dieser Frequenz können nun verstĂ€rkt werden und die ihnen aufmodulierten kleinen Amplituden- oder FrequenzĂ€nderungen (siehe Amplitudenmodulation und Frequenzmodulation) können in das ĂŒbertragene akustische Signal umgewandelt werden. Die im LC-Schwingkreis eingestellte Resonanzfrequenz filtert dabei gerade die Radiowellen heraus, die auf einer bestimmten Frequenz ĂŒbertragen wurden.
Die Trommel in einer Waschmaschine ist mit Federn aufgehĂ€ngt, die mit einer bestimmten Frequenz schwingen können. Ist diese Schwingung schlecht gedĂ€mpft, oder bleibt die Waschmaschine â möglicherweise wegen Ăberladung â beim Anlaufen des Schleudergangs mit ihrer Drehzahl zu lange im Frequenzbereich dieser Schwingung, so schaukelt sich diese aufgrund von Resonanz auf und die ganze Waschmaschine beginnt zu rĂŒtteln. Erst wenn eine höhere Drehzahl erreicht ist (und keine Resonanz mehr vorliegt) beruhigt sich dieses RĂŒtteln (aufgrund der DĂ€mpfung), bis am Ende des Schleudergangs wieder der entsprechende Frequenzbereich durchlaufen wird und die Maschine wegen Resonanz erneut zu rĂŒtteln beginnt. Typischerweise ist die WĂ€sche am Ende des Schleudergangs jedoch trockener, erzeugt somit eine geringere Unwucht und das RĂŒtteln am Ende des Schleudergangs ist deutlich schwĂ€cher.
Auch lockere Teile in oder an Motoren können eine bestimmte Eigenfrequenz haben. Liegt die Drehzahl des Motors gerade bei dieser Frequenz, so ist das Wackeln solcher Teile oft sehr laut hörbar, was bei anderen Drehzahlen wieder verschwindet.
Resonanz am Beispiel des harmonischen Oszillators
Die mit der Resonanz verbundenen PhÀnomene lassen sich anhand des harmonischen Oszillators, zum Beispiel eines mechanischen Masse-Feder-DÀmpfer-Systems wie nebenstehend abgebildet, betrachten.
Das System wird durch eine periodische Kraft F ( t ) {\displaystyle F(t)} , die auf die Masse wirkt, angeregt. Es kommt je nach Anfangsbedingungen zu unterschiedlichen EinschwingvorgĂ€ngen. War das Schwingungssystem vorher in Ruhe, wĂ€chst die Amplitude A {\displaystyle A} zunĂ€chst an und kann, wenn die Erregerfrequenz in der NĂ€he seiner Eigenfrequenz liegt, gröĂere Werte erreichen als bei konstantem Einwirken der maximalen Kraft. Sofern das Schwingungssystem nicht ĂŒberlastet wird (Resonanzkatastrophe) und die DĂ€mpfung nicht exakt Null ist, geht die Schwingung allmĂ€hlich in eine harmonische Schwingung mit konstanten Werten fĂŒr Amplitude, Frequenz und Phasenverschiebung gegenĂŒber der Erregerschwingung ĂŒber. Dieses Verhalten zeigt sich vollkommen ĂŒbereinstimmend fĂŒr jede Art von harmonischem Oszillator. In der RealitĂ€t sind zwar die meisten Systeme, die Schwingungen ausfĂŒhren können nur nĂ€herungsweise harmonisch, doch zeigen sie alle die ResonanzphĂ€nomene in zumindest Ă€hnlicher Weise (siehe Anharmonischer Oszillator).
Bewegungsgleichung
â
Hauptartikel
:
Erzwungene Schwingung
Der homogenen Differentialgleichung fĂŒr einen linear gedĂ€mpften harmonischen Oszillator wird eine externe Kraft F ( t ) {\displaystyle F(t)} hinzugefĂŒgt. Die Gleichung wird dadurch inhomogen.
m x š š + c x Ë Ë + k x = F ( t ) {\displaystyle m{\ddot {x}}+c{\dot {x}}+kx=F(t)}
Darin bezeichnet x ( t ) {\displaystyle x(t)} die momentane Auslenkung aus der Ruhelage, m {\displaystyle m} die Masse des Körpers, k {\displaystyle k} die Federkonstante fĂŒr die rĂŒcktreibende Kraft, und c {\displaystyle c} die DĂ€mpfungskonstante (s. Abb. 1).
Ohne Ă€uĂere Kraft und DĂ€mpfung wĂŒrde das System mit seiner Eigenkreisfrequenz Ï Ï 0 = k m {\textstyle \omega _{0}={\sqrt {\tfrac {k}{m}}}} frei schwingen. Mit DĂ€mpfung c > 0 {\displaystyle c>0} fĂŒhrt der komplexe Exponentialansatz x ~ ~ ( t ) = A e λ λ t {\textstyle {\tilde {x}}(t)=A\mathrm {e} ^{\lambda t}} schnell zu λ λ = â â Îł Îł ± ± i Ï Ï 0 2 â â Îł Îł 2 {\textstyle \lambda =-\gamma \pm i{\sqrt {\omega _{0}^{2}-\gamma ^{2}}}} , wobei Îł Îł = c / ( 2 m ) {\displaystyle \gamma =c/(2m)} ist. Man erhĂ€lt als Lösung eine freie gedĂ€mpfte Schwingung mit der Kreisfrequenz Ï Ï 0 2 â â Îł Îł 2 {\textstyle {\sqrt {\omega _{0}^{2}-\gamma ^{2}}}} , deren Amplitude proportional zu e â â Îł Îł t {\displaystyle \mathrm {e} ^{-\gamma t}} abnimmt.
Konstante Kraft
Eine statische konstante Kraft F ( t ) = F 0 {\displaystyle F(t)=F_{0}} eines Erregers hÀtte eine konstante Auslenkung aus der Ruhelage um A E = F 0 / k {\displaystyle A_{\text{E}}=F_{0}/k} zur Folge.
Eingeschwungener Zustand fĂŒr periodische Kraft
Wenn die anregende Kraft sinusförmig mit der Amplitude F 0 {\displaystyle F_{0}} und der Kreisfrequenz Ï Ï {\displaystyle \omega } verlĂ€uft, lĂ€sst sie sich als der ImaginĂ€rteil von
F ( t ) = F 0 e i Ï Ï t {\displaystyle F(t)=F_{0}\mathrm {e} ^{\mathrm {i} \omega t}}
auffassen.
Als stationĂ€re Lösung mit konstanter Amplitude A {\displaystyle A} d. h. fĂŒr den eingeschwungenen Zustand erhĂ€lt man wiederum aus dem komplexen Exponentialansatz
x ~ ~ ( t ) = F 0 m Ï Ï 0 2 + 2 i Îł Îł Ï Ï â â Ï Ï 2 e i Ï Ï t {\displaystyle {\tilde {x}}(t)={\frac {\frac {F_{0}}{m}}{\omega _{0}^{2}+2\mathrm {i} \gamma \omega -\omega ^{2}}}\,\mathrm {e} ^{\mathrm {i} \omega t}}
Der ImaginÀrteil von x ~ ~ ( t ) {\displaystyle {\tilde {x}}(t)} beschreibt eine harmonische Schwingung
x ( t ) = A sin ⥠⥠( Ï Ï t â â Ï Ï ) {\displaystyle x(t)=A\sin(\omega t-\varphi )}
um die Ruhelage X = 0 {\displaystyle X=0} . Sie hat die Kreisfrequenz Ï Ï {\displaystyle \omega } der anregenden Kraft, die (reelle) Amplitude
A = F 0 / m ( Ï Ï 0 2 â â Ï Ï 2 ) 2 + ( 2 Îł Îł Ï Ï ) 2 ⥠⥠1 ( 1 â â η η 2 ) 2 + ( 2 η η D ) 2 â
â
A E {\displaystyle A={\frac {F_{0}/m}{\sqrt {(\omega _{0}^{2}-\omega ^{2})^{2}+(2\gamma \omega )^{2}}}}\equiv {\frac {1}{\sqrt {(1-\eta ^{2})^{2}+(2\eta D)^{2}}}}\cdot A_{\text{E}}}
und eine konstante Phasenverschiebung gegenĂŒber der erregenden Kraft von
Ï Ï = arctan ⥠⥠( 2 Ï Ï Îł Îł Ï Ï 0 2 â â Ï Ï 2 ) ⥠⥠arctan ⥠⥠( 2 η η D 1 â â η η 2 ) . {\displaystyle \varphi =\arctan \left({\frac {2\omega \gamma }{\omega _{0}^{2}-\omega ^{2}}}\right)\equiv \arctan \left({\frac {2\eta D}{1-\eta ^{2}}}\right)\ .}
Darin sind:
âą A E = F 0 k {\displaystyle A_{\text{E}}={\tfrac {F_{0}}{k}}} : die Amplitude des Erregers, d. h. die Auslenkung bei statischem Einwirken der Kraft F 0 {\displaystyle F_{0}} .
⹠η η = Ï Ï Ï Ï 0 {\displaystyle \eta ={\frac {\omega }{\omega _{0}}}} : die auf die Eigenfrequenz bezogene Erregerfrequenz,
âą D = Îł Îł Ï Ï 0 {\displaystyle D={\frac {\gamma }{\omega _{0}}}} : die auf Ï Ï 0 {\displaystyle \omega _{0}} bezogene, dimensionslose Lehrsche DĂ€mpfung, die oft auch durch den GĂŒtefaktor Q = 1 2 D {\displaystyle Q={\tfrac {1}{2D}}} ausgedrĂŒckt wird. Der GĂŒtefaktor hat die Bedeutung, dass er die Zahl der Schwingungen angibt, nach denen (in Abwesenheit einer Ă€uĂeren Kraft) die Amplitude auf e â â Ï Ï â â 4 % % {\displaystyle e^{-\pi }\approx 4\,\%} des Anfangswerts abgeklungen ist (nach Q Ï Ï {\displaystyle {\tfrac {Q}{\pi }}} Schwingungen auf 1 e â â 37 % % {\displaystyle {\tfrac {1}{\mathrm {e} }}\approx 37\,\%} ).
Amplitudenresonanz
Die AbhĂ€ngigkeit der Amplitude A {\displaystyle A} von der Erregerfrequenz Ï Ï {\displaystyle \omega } wird auch als Amplitudengang des Systems bezeichnet. Die Resonanzkurve ist der Graph des Amplitudengangs. Abbildung 2 zeigt das dimensionslose AmplitudenverhĂ€ltnis A ( Ï Ï ) A E {\displaystyle {\tfrac {A(\omega )}{A_{\text{E}}}}} fĂŒr typische Wertebereiche der Parameter fĂŒr Erregerfrequenz (ebenso dimensionslos dargestellt als η η = Ï Ï / Ï Ï 0 {\displaystyle \eta =\omega /\omega _{0}} ) und DĂ€mpfung D {\displaystyle D} .
Bei genĂŒgend schwacher DĂ€mpfung, D < 1 / 2 {\displaystyle D<{\sqrt {1/2}}} , zeigt sich ein Maximum, die Amplitudenresonanz. Sie liegt bei der Resonanzfrequenz Ï Ï res = η η res Ï Ï 0 = 1 â â 2 D 2 Ï Ï 0 = Ï Ï 0 2 â â 2 Îł Îł 2 {\displaystyle \omega _{\text{res}}=\eta _{\text{res}}\,\omega _{0}={\sqrt {1-2\,D^{2}}}\omega _{0}={\sqrt {\omega _{0}^{2}-2\gamma ^{2}}}} und zeigt fĂŒr die maximale Resonanzamplitude den Wert
A res = A E 2 D 1 â â D 2 {\displaystyle A_{\text{res}}={\frac {A_{\text{E}}}{2D{\sqrt {1-D^{2}}}}}} .
Das VerhĂ€ltnis A res / A E {\displaystyle A_{\text{res}}/A_{\text{E}}} ist die ResonanzĂŒberhöhung. Die Resonanzfrequenz liegt unter der Eigenkreisfrequenz Ï Ï 0 {\displaystyle \omega _{0}} des ungedĂ€mpften Schwingungssystems und auch unter der Kreisfrequenz Ï Ï d = Ï Ï 0 2 â â Îł Îł 2 {\displaystyle \omega _{d}={\sqrt {\omega _{0}^{2}-\gamma ^{2}}}} , mit der die freie gedĂ€mpfte Schwingung des Systems ablĂ€uft.
Bei geringer (aber nicht verschwindender) DĂ€mpfung 0 < D âȘ âȘ 1 2 {\displaystyle 0<D\ll {\tfrac {1}{2}}} ist die Resonanz ein scharfes Maximum, das fast genau bei der Eigenkreisfrequenz liegt. Die Resonanzamplitude A res â â 1 2 D A E {\displaystyle A_{\text{res}}\approx {\tfrac {1}{2D}}A_{\text{E}}} ist dann umgekehrt proportional zu D {\displaystyle D} . Die Amplitude kann also im eingeschwungenen Zustand ein Vielfaches der statischen Auslenkung A E {\displaystyle A_{\text{E}}} erreichen. WĂ€hrend des Einschwingvorgangs aus der Ruhelage heraus kann sie sogar zeitweilig bis auf fast 2 A res {\displaystyle 2A_{\text{res}}} ansteigen.
Bei starker DĂ€mpfung D â„ â„ 1 / 2 {\displaystyle D\geq {\sqrt {1/2}}} hingegen gibt es keine Resonanz mit erhöhter Amplitude. Die maximale Amplitude der eingeschwungenen Schwingung liegt mit dem Wert A E {\displaystyle A_{\text{E}}} fest beim statischen Fall Ï Ï = 0 {\displaystyle \omega =0} .
Phasenresonanz und Energiefluss
Bei Ï Ï = Ï Ï 0 {\displaystyle \omega =\omega _{0}} eilt die eingeschwungene Schwingung x ( t ) {\displaystyle x(t)} der erregenden Kraft um genau 1/4 Periode hinterher (Phasengang â90°, auch als Phasenresonanz bezeichnet). Daher sind Geschwindigkeit x Ë Ë ( t ) {\displaystyle {\dot {x}}(t)} und Kraft F ( t ) {\displaystyle F(t)} genau in Phase, sodass die Kraft stets in Richtung der momentanen Geschwindigkeit wirkt. Die Energie flieĂt dann stĂ€ndig in das System hinein, wĂ€hrend sie bei anderen Frequenzen zweimal pro Periode die Richtung wechselt, weil die Phasendifferenz bei Ï Ï < Ï Ï 0 {\displaystyle \omega <\omega _{0}} kleiner als 90° und bei höherer Frequenz gröĂer als 90° (und bis 180°) ist. Die kinetische Energie des eingeschwungenen Zustands erreicht in der Phasenresonanz ihr Maximum. Sie ist dann so groĂ wie der gesamte Energieeintrag wĂ€hrend der letzten Q / ( 2 Ï Ï ) {\displaystyle Q/(2\pi )} Schwingungen.
Energieresonanz
Die gröĂte potentielle Energie einer Schwingung mit Amplitude A {\displaystyle A} ist E pot = 1 2 k A 2 {\displaystyle E_{\text{pot}}={\tfrac {1}{2}}\!kA^{2}} . Die entsprechende Resonanzkurve ist durch das Quadrat des Amplitudengangs gegeben und hat ihr Maximum bei der Frequenz der Amplitudenresonanz Ï Ï = Ï Ï 0 2 â â 2 Îł Îł 2 {\displaystyle \omega ={\sqrt {\omega _{0}^{2}-2\gamma ^{2}}}} .
Die gröĂte kinetische Energie in einer Schwingung mit Amplitude A {\displaystyle A} ist E kin = 1 2 m Ï Ï 2 A 2 {\displaystyle E_{\text{kin}}={\tfrac {1}{2}}m\omega ^{2}A^{2}} . Diese Funktion hat ihr Maximum genau bei Ï Ï = Ï Ï 0 {\displaystyle \omega =\omega _{0}} .
Bei der fĂŒr die Optik wichtigen Anwendung auf die Emission und Absorption elektromagnetischer Wellen durch schwingende Dipole ist die Strahlungsleistung P {\displaystyle P} proportional zu 1 2 Ï Ï 4 A 2 {\displaystyle {\tfrac {1}{2}}\omega ^{4}A^{2}} . Das Maximum dieser Funktion liegt etwas oberhalb Ï Ï 0 {\displaystyle \omega _{0}} .
Bei scharfen Resonanzen, also geringer DĂ€mpfung, werden die Unterschiede dieser drei Resonanzfrequenzen meist vernachlĂ€ssigt und fĂŒr den Bereich der Resonanz eine um die Eigenfrequenz Ï Ï 0 {\displaystyle \omega _{0}} symmetrische NĂ€herungsformel benutzt, die als Lorentzkurve bezeichnet wird:
A 2 â â 4 D 2 ( η η 2 â â 1 ) 2 + 4 D 2 A res 2 ⥠⥠4 Îł Îł 2 Ï Ï 0 2 ( Ï Ï 2 â â Ï Ï 0 2 ) 2 + 4 Îł Îł 2 Ï Ï 0 2 A res 2 {\displaystyle A^{2}\approx {\frac {4D^{2}}{(\eta ^{2}-1)^{2}+4D^{2}}}A_{\text{res}}^{2}\equiv {\frac {4\gamma ^{2}\omega _{0}^{2}}{(\omega ^{2}-\omega _{0}^{2})^{2}+4\gamma ^{2}\omega _{0}^{2}}}A_{\text{res}}^{2}} .
Diese Formel zeigt neben der Resonanz auch den fĂŒr die erzwungene Schwingung charakteristischen langen AuslĂ€ufer und ist daher auch fĂŒr hohe Frequenzen η η â« â« 1 {\displaystyle \eta \gg 1} bzw. Ï Ï â« â« Ï Ï 0 {\displaystyle \omega \gg \omega _{0}} brauchbar.
Die im Schwingungssystem gespeicherte Energie stammt von der Beschleunigungsarbeit durch die anregende Kraft. Die Schwingungsenergie wird erhöht, wenn die Kraft in Richtung der Geschwindigkeit wirkt. Andernfalls entzieht die Kraft dem System Energie, wirkt also bremsend. Im eingeschwungenen Zustand gleicht der Energieeintrag gerade den Energieverlust aufgrund der DÀmpfung aus.
Halbwertsbreite und GĂŒtefaktor
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Hauptartikel
:
Halbwertsbreite
und
GĂŒtefaktor
Als Halbwertsbreite Î Î f FWHM {\displaystyle \Delta f_{\text{FWHM}}} (engl. full width at half maximum) der Resonanz wird der Bereich von Frequenzen f = Ï Ï / 2 Ï Ï {\displaystyle f=\omega /2\pi } um die Resonanzfrequenz f res = Ï Ï 0 / 2 Ï Ï {\displaystyle f_{\text{res}}=\omega _{0}/2\pi } bezeichnet, in dem fĂŒr die Amplitude gilt: A 2 â„ â„ 1 2 A res 2 {\displaystyle A^{2}\geq {\tfrac {1}{2}}A_{\text{res}}^{2}} . Im interessierenden Bereich geringer DĂ€mpfung liegen nach der NĂ€herungsformel fĂŒr die Lorentzkurve diese Grenzen bei η η = 1 ± ± D {\displaystyle \eta =1\pm D} . Umgerechnet auf die Frequenzachse ergibt sich die Halbwertsbreite
Î Î f FWHM = 2 D Ï Ï 0 2 Ï Ï âĄ âĄ Îł Îł Ï Ï {\displaystyle \Delta f_{\text{FWHM}}=2D{\frac {\omega _{0}}{2\pi }}\equiv {\frac {\gamma }{\pi }}} .
Die SchĂ€rfe der Resonanz kann mit der DĂ€mpfung oder mit dem GĂŒtefaktor
Î Î f FWHM f res = 2 D = 1 Q {\displaystyle {\frac {\Delta f_{\text{FWHM}}}{f_{\text{res}}}}=2D={\frac {1}{Q}}}
angegeben werden.
Nach der oben angegebenen Bedeutung des GĂŒtefaktors kann man einen Zeitraum von Q {\displaystyle Q} Perioden der Eigenfrequenz als charakteristisch fĂŒr das Abklingen einer gedĂ€mpften Eigenschwingung ansehen, also auch charakteristisch fĂŒr die Dauer des Einschwingvorgangs oder im ĂŒbertragenen Sinn fĂŒr das âGedĂ€chtnis des Oszillatorsâ. Analysiert man eine Schwingung mit Frequenz f 0 {\displaystyle f_{0}} mithilfe einer Reihe von Resonatoren zu verschiedenen Resonanzfrequenzen f {\displaystyle f} , dann erfordert die Bestimmung der Resonanzamplitude also die Zeit Î Î t = Q / f 0 {\displaystyle \Delta t=Q/f_{0}} und liefert die Resonanzfrequenz mit der Genauigkeit Î Î f FWHM {\displaystyle \Delta f_{\text{FWHM}}} . Unterscheiden sich zwei Oszillatoren in der Frequenz um Î Î f FWHM {\displaystyle \Delta f_{\text{FWHM}}} , dann macht in diesem Zeitraum Î Î t {\displaystyle \Delta t} der schnellere gerade eine Schwingung mehr als der langsamere. Es folgt Î Î t â
â
Î Î f FWHM = 1 {\displaystyle \Delta t\cdot \Delta f_{\text{FWHM}}=1} : je genauer die Frequenz einer Schwingung bestimmt werden soll, desto lĂ€nger muss man sie auf einen Resonator einwirken lassen. Das ist eine frĂŒhe Form der Frequenz-Zeit-UnschĂ€rferelation.
Resonanz bei DĂ€mpfung Null
Verschwindende DĂ€mpfung ist zwar ein nur theoretischer Grenzfall; reale Systeme mit sehr geringer DĂ€mpfung kommen ihm aber nahe, wenn man sie fĂŒr einen nicht zu langen Zeitraum t < 1 / Îł Îł {\displaystyle t<1/\gamma } betrachtet, der jedoch eine groĂe Anzahl Ï Ï 0 / ( 2 Ï Ï Îł Îł ) {\displaystyle \omega _{0}/(2\pi \gamma )} von Schwingungen umfassen kann.
Im dĂ€mpfungsfreien Fall gibt es keinen Einschwingvorgang, der unabhĂ€ngig von den Anfangsbedingungen zu einer bestimmten stationĂ€ren Schwingung fĂŒhren wĂŒrde. Eine eventuell mitangeregte Eigenschwingung klingt hier nicht ab, sondern bleibt unvermindert prĂ€sent. Bei resonanter Anregung, Ï Ï = Ï Ï 0 {\displaystyle \omega =\omega _{0}} , gibt es keine stationĂ€re Lösung der Bewegungsgleichung, vielmehr variiert die Amplitude linear mit der Zeit. Ausgehend z. B. vom Zustand ruhend in der Ruhelage steigt die Amplitude proportional zur verstrichenen Zeit an:
A ( t ) = F 0 2 m Ï Ï 0 â
â
t {\displaystyle A(t)={\frac {F_{0}}{2\,m\,\omega _{0}}}\cdot t}
Theoretisch kommt es hier also in jedem Fall zur Resonanzkatastrophe. Praktisch ist diese vermeidbar durch eine anderweitig bewirkte Amplitudenbegrenzung, also eine Ănderung des Kraftgesetzes (siehe Anharmonischer Oszillator).
AuĂerhalb der exakten Resonanzfrequenz hingegen existiert zu geeigneten Anfangsbedingungen eine stationĂ€re Schwingung. Sie ergibt sich aus den obigen Gleichungen fĂŒr D = 0 bzw. Îł Îł = 0 {\displaystyle D=0{\text{ bzw. }}\gamma =0} . Das AmplitudenverhĂ€ltnis A ( Ï Ï ) / A E {\displaystyle A(\omega )/A_{\text{E}}} ist bei jeder Anregungsfrequenz gröĂer als im Fall mit DĂ€mpfung. Bei Resonanz Ï Ï = Ï Ï 0 {\displaystyle \omega =\omega _{0}} divergiert die Formel fĂŒr die Amplitude und es gibt keinen Zustand der stationĂ€ren Schwingung. Die Phasenverzögerung ist Ï Ï = 0 â â {\displaystyle \varphi =0^{\circ }} fĂŒr Frequenzen unterhalb der Resonanz, Ï Ï = 180 â â {\displaystyle \varphi =180^{\circ }} oberhalb, wie aus der obigen Formel durch den GrenzĂŒbergang Îł Îł â â 0 {\displaystyle \gamma \rightarrow 0} hervorgeht. (FĂŒr weitere Formeln und ErlĂ€uterungen siehe Erzwungene Schwingung#Grenzfall verschwindender DĂ€mpfung.)
Beispiele fĂŒr das Auftreten von Resonanz
Mechanik
âą Bei einem Zungenfrequenzmesser wird derjenige von vielen Biegeschwingern, der mit der Erregerfrequenz in Resonanz ist, zu besonders groĂer Schwingungsamplitude angeregt.
âą Kommt eine BrĂŒcke in Resonanz mit der Schrittfrequenz von marschierenden FuĂgĂ€ngermassen, kann sich die Konstruktion gefĂ€hrlich aufschaukeln, Beispiel Millennium Bridge (London)
⹠Fahrzeugkarosserien neigen bei bestimmten Motordrehzahlen zu starken Vibrationen (Dröhnen)
âą Bahnresonanz kann bei Planeten dafĂŒr sorgen, dass ein Himmelskörper auf Kollisionskurs mit einem anderen gerĂ€t. An Lagrange-Punkten kann diese Resonanz stabilisierend wirken, beispielsweise bleibt der Sonnenbeobachtungssatellit SOHO seit 1995 immer in der NĂ€he des inneren Lagrange-Punktes L1.
âą Zur Erzeugung von Ultraschall fĂŒr medizinische oder technische Anwendungen werden elektromechanische, meist piezoelektrische, Wandler zu resonanten Schwingungen angeregt.
⹠Ein Ultraschallbohrer bringt das zu bohrende Gestein in Resonanz, wodurch das Gestein zerbröselt.
Hydromechanik
Akustik
âą die Tonerzeugung bei Musikinstrumenten (Streich- und Blasinstrumenten), siehe z. B. Holzblasinstrument, Resonanzboden
⹠das Mitschwingen einer nicht gespielten Saite, wenn ein gleichgestimmtes Instrument ertönt (z. B. Resonanzsaite)
⹠In geschlossenen RÀumen kann es bei bestimmten Frequenzen zu störender Raumresonanz kommen.
⹠Ein Resonanzauspuff ermöglicht bei Zweitakt-Motoren bei einer ganz bestimmten Drehzahl eine gewisse Leistungssteigerung.
Akustische Resonanz spielt beispielsweise bei fast allen Musikinstrumenten eine Rolle, oft durch Bildung einer stehenden Welle.
Misst man am Ende eines beiderseits offenen, zylindrischen Rohres mit geeigneten Mikrophonen Schalldruck und Schallschnelle, kann man bei Kenntnis des Rohrquerschnitts die akustische Flussimpedanz berechnen.cite-ref-11[11] Diese zeigt Mehrfachresonanzen, wie man sie auch bei der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen entlang DrĂ€hten als Sonderfall λ/2 kennt. Das Messergebnis im Bild zeigt mehrere scharfe Minima der Flussimpedanz bei Vielfachen der Frequenz 500 Hz. Eine ĂberprĂŒfung mit der RohrlĂ€nge von 325 mm und der Schallgeschwindigkeit in Luft ergibt den Sollwert 528 Hz.
Weil der Messwert des tiefsten Minimums mit etwa 40000 Pa·s/mÂł von der Schallkennimpedanz der umgebenden Luft (413,5 Pa·s/mÂł) erheblich abweicht, liegt eine Fehlanpassung vor und die schwingende LuftsĂ€ule im Rohr ist nur leise hörbar. Dieser geringe Energieverlust drĂŒckt sich in einem hohen GĂŒtefaktor des Resonators aus.
Elektrotechnik
Ohne Resonanz gĂ€be es keine Funktechnik mit den bekannten Teilgebieten Fernsehen, Mobiltelefon, Radar, Funkfernsteuerung und Radioastronomie, weil es ohne die Möglichkeit, Sendefrequenzen voneinander zu trennen, weltweit nur wenige vereinzelte Sender mit ausreichenden AbstĂ€nden geben könnte. Im ĂŒberwiegenden Teil aller Oszillatorschaltungen und elektrischen Filter werden Schwingkreise verwendet, denen die Thomsonsche Schwingungsgleichung zur Resonanzfrequenz
Ï Ï 0 = 1 L C {\displaystyle \omega _{0}={\frac {1}{\sqrt {LC}}}}
zu Grunde liegt. Der Wirkungsgrad von Antennen und Tesla-Transformatoren wird durch Resonanz drastisch gesteigert.
Die Sicherheit im Eisenbahnnetz wird durch die induktive Zugbeeinflussung verbessert. Dabei tritt ein am Fahrzeug angebrachter Schwingkreis in resonante Wechselwirkung mit einem am Gleis angebrachten Schwingkreis, dessen Frequenz je nach Stellung des nĂ€chsten Bahnsignals verschieden ist; bei Signalstellung âHaltâ wird eine Zwangsbremsung ausgelöst.
Die groĂen Teilchenbeschleuniger der Elementarteilchenphysik beruhen auf Resonanzeffekten, ebenso die Kernspinresonanzspektroskopie in der Chemie und die Magnetresonanztomographie in der Medizin.
RFIDs, umgangssprachlich auch Funketiketten genannt, ermöglicht die automatische Identifizierung und Lokalisierung von GegenstĂ€nden und Lebewesen. Dabei wird die Betriebsenergie durch Resonanz auf das RFID ĂŒbertragen und dieses sendet seine Information auf gleichem Weg zurĂŒck.
Ein Absorptionsfrequenzmesser wirkt bei Resonanz wie ein selektives Voltmeter.
Ein Magnetron erzeugt nur dann Schwingungen, wenn die Umlaufgeschwindigkeit mit der Eigenfrequenz der Hohlraumresonatoren ĂŒbereinstimmt.
Atom- und MolekĂŒlphysik
In der Atom- und MolekĂŒlphysik spricht man von Resonanz, wenn ein Photon der Energie E Îł Îł = h â
â
Μ Μ {\displaystyle E_{\gamma }=h\cdot \nu } (h = Planck-Konstante, Μ = Frequenz des Lichtes) in der HĂŒlle des Atoms absorbiert wird. Dies ist nur möglich, wenn E Îł Îł {\displaystyle E_{\gamma }} gerade gleich der Energiedifferenz Î Î E G A = E A â â E G {\displaystyle \Delta E_{\mathrm {GA} }=E_{\mathrm {A} }-E_{\mathrm {G} }} zwischen zwei ZustĂ€nden G und A der ElektronenhĂŒlle ist. Ein Elektron wird dann vom Zustand G in den Zustand A angehoben. Die Anregungswahrscheinlichkeit p G A ( E Îł Îł ) {\displaystyle p_{\mathrm {GA} }(E_{\gamma })} eines solchen Ăberganges wird durch eine Lorentzkurve beschrieben:
p G A ( E Îł Îł ) ⌠⌠1 | ( 1 + ( E Îł Îł / Î Î E G A ) 2 ) | {\displaystyle p_{\mathrm {GA} }(E_{\gamma })\sim {\frac {1}{\left|(1+(E_{\gamma }/\Delta E_{\mathrm {GA} })^{2})\right|}}}
Der Vorgang heiĂt Resonanzabsorption. Er erklĂ€rt beispielsweise die Fraunhoferlinien im Spektrum des Sonnenlichts.
Meist fĂ€llt nun das Elektron aus dem angeregten Zustand zurĂŒck in den Grundzustand, wobei wieder ein Photon der Energie E Îł Îł = E G A {\displaystyle E_{\gamma }=E_{\mathrm {GA} }} ausgesandt wird. Dies geschieht entweder spontan (spontane Emission, Fluoreszenz, Phosphoreszenz) oder durch StoĂ eines zweiten eingestrahlten Photons der gleichen Energie (stimulierte Emission, ausgenutzt beim Laser).
Aus dem Grundzustand kann das Atom nun wieder angeregt werden. Es kann also eine Besetzungszahloszillation zwischen den ZustĂ€nden G und A ausfĂŒhren, die als Rabi-Oszillation bezeichnet wird. Die Oszillation tritt, wie erwĂ€hnt, nur dann auf, wenn die eingestrahlten Photonen in Resonanz mit den Energieniveaus eines Atoms sind. Solche Resonanzen können z. B. zur Identifizierung von Gasen in der Spektroskopie verwendet werden, da sie das Vermessen der atom- oder molekĂŒltypischen Energieniveaus erlauben.
Im menschlichen Auge gibt es drei verschiedene Arten von Zapfen (Farbrezeptoren). Die darin enthaltenen Opsin-MolekĂŒle unterscheiden sich durch ihre spektrale Empfindlichkeit und setzen bei Resonanz mit Photonen geeigneter WellenlĂ€nge intrazellulĂ€re Signalkaskaden in Gang (s. Phototransduktion). Es werden elektrische Signale gebildet, die ĂŒber die Ganglienzellen an das Gehirn weitergegeben werden. Dort entsteht aus den ĂŒbermittelten Signalen ein Farbeindruck (s. Farbwahrnehmung).
Weitere ResonanzphĂ€nomene treten bei der Kopplung des magnetischen Moments eines Atoms, Atomkerns, MolekĂŒls oder Elektrons (Spin) an ein Magnetfeld auf, zum Beispiel Elektronenspinresonanz und Kernspinresonanz. Dabei regt ein mit passender Frequenz oszillierendes Magnetfeld das Umklappen des Spins zwischen zwei diskreten ZustĂ€nden verschiedener Energie an. Auch dieser Effekt kann entsprechend den Rabi-Oszillationen beschrieben werden und wird z. B. in der Medizintechnik und zu Materialuntersuchungen eingesetzt (siehe z. B. Magnetresonanztomographie).
Kernphysik
Resonanz bedeutet in der Kernphysik, dass bei einem StoĂvorgang mit bestimmter kinetischer Energie die beiden Partner sich zu einem kurzzeitig gebundenen System, dem Compoundkern, in einem seiner möglichen EnergiezustĂ€nde vereinigen. Der Wirkungsquerschnitt zeigt bei dieser StoĂenergie ein Maximum von der Form einer Breit-Wigner-Kurve, die der fĂŒr Resonanzen typischen Lorentzkurve gleicht.
Ein solches System kann nicht stabil sein, sondern zerfĂ€llt nach kurzer Zeit wieder, z. B. in die beiden Teilchen, aus denen es gebildet wurde. Doch lĂ€sst sich aus der Zerfallsbreite der Kurve entnehmen, dass es wesentlich lĂ€nger existiert hat, als einer Reaktion der Teilchen im Vorbeiflug entsprechen wĂŒrde.
Alle gröĂeren Kerne zeigen die Riesenresonanz, einen angeregten Zustand, bei dem die Protonen gemeinsam gegenĂŒber den Neutronen schwingen.
Die Resonanzabsorption von Gammaquanten ermöglicht durch Ausnutzung des Dopplereffekts den Vergleich von Anregungsenergien mit einer Genauigkeit von mehr als 1012. Atomkerne sind Resonatoren mit z. T. extrem hohen GĂŒtefaktoren von 1012 und aufwĂ€rts (z. B. GĂŒtefaktor von 99Tc: 6,8·1024).
Teilchenphysik
Ăhnlich wie bei der Compoundkernbildung kann aus zwei StoĂpartnern ein instabiles, aber vergleichsweise langlebiges gebundenes System oder sogar ein einziges, andersartiges Teilchen entstehen, wenn die StoĂenergie im Schwerpunktsystem gerade dazu ausreicht. Dieser Fall wird auch als Resonanzproduktion bezeichnet. Die Anregungsfunktion des StoĂprozesses, also sein Wirkungsquerschnitt aufgetragen als Funktion der Energie, zeigt dann bei dieser Energie ein Maximum mit der fĂŒr eine Resonanz typischen Kurvenform. So gebildete Systeme werden hĂ€ufig als Resonanz oder Resonanzteilchen bezeichnet. Aus der Halbwertsbreite der Kurve (siehe Zerfallsbreite) kann die â fĂŒr eine direkte Messung zu kurze â Lebensdauer des entstandenen Teilchens bestimmt werden.
Siehe auch
Weblinks
Commons
: Resonanz
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: resonant
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wiktionary: Resonanz
Einzelnachweise
cite-note-11. â Andrea Frova, Mariapiera Marenzana: Thus spoke Galileo. The great scientist's ideas and their relevance to the present day. Oxford University Press, Oxford u. a. 2006, ISBN 0-19-856625-5, S. 133â137.
cite-note-22. â Stillman Drake: Essays on Galileo and the history and philosophy of science. Band 1. Selected and introduced by Noel M. Swerdlow and Trevor H. Levere. University of Toronto Press, Toronto u. a. 1999, ISBN 0-8020-7585-1, S. 41â42.
cite-note-33. â Leonhard Euler: Brief vom 5. (16.) Mai 1739 (Nr. 23) an Johann Bernoulli. In: Emil A. Fellmann, Gleb K. Mikhajlov (Hrsg.): Euler: Opera Ommnia (= Briefwechsel Series Quarta A Commercium Epistolicum). Band II. BirkhĂ€user, Basel 1998, S. 58, 303 (online).
cite-note-44. â Thomas Young: Tides: From the Supplement to the Encyclopedia Britannica 1823: Abgedruckt in: Peacock, George (Hg.) (1855). Miscellaneous works of the late Thomas Young. London: J. Murray. Band 2, S. 291 ff.
cite-note-55. â Anton Oberbeck: Ueber eine der Resonanz Ă€hnliche Erscheinung bei electrischen Schwingungen. In: Annalen der Physik. Band 262, Nr. 10, 1885, S. 245â253.
cite-note-66. â Johann Friedrich Radinger: Ăber Dampfmaschinen mit hoher Kolbengeschwindigkeit. Druck und Verlag von Carl Geroldâs Sohn, 1892.
cite-note-77. â Arnold Sommerfeld: Die naturwissenschaftlichen Ergebnisse und die Ziele der modernen technischen Mechanik. In: Naturwissenschaftliche Rundschau. Band 49, 1903, S. 621â624.
cite-note-88. â Armin Hermann: Der BrĂŒckenschlag zwischen Mathematik und Technik: Arnold Sommerfelds Verdienste um eine wissenschaftliche technische Mechanik. In: Physikalische BlĂ€tter. Band 23, Nr. 10, 1967, S. 442â449.
cite-note-1010. â Jörn Bleck-Neuhaus: Mechanical resonance: 300 years from discovery to the full understanding of its importance. Abgerufen am 19. Juli 2020. (engl.)
cite-note-1111. â Messung der akustischen Flussimpedanz (englisch; PDF; 856 kB)